Die Kirche zählt zu den wenigen romanischen Pfarrkirchen im Burgenland.
Sie liegt auf 278 m Seehöhe am Ortseingang von Unterfrauenhaid.
Ihre Entstehung wird auf etwa um 1200 datiert.
Bereits 1222 wurde Unterfrauenhaid erstmals als Wallfahrtsort urkundlich erwähnt.
Im 15. Jahrhundert wurde die Marienkirche durch die Herrschaft Landsee im gotischen Stil erweitert.
Es entstand ein Wehrkirchen-Ensemble mit schützender Mauer.
Noch brauchbare romanische Mauerreste wurden beim Neubau weiterverwendet.
Die Kirche diente somit nicht nur der Gottesverehrung, sondern auch dem Schutz der Bevölkerung bei Angriffen.
1529 wurde der Ort durch die Türken verwüstet.
In der Folgezeit kam es zu einer Neubesiedelung durch Kroaten.
Der gotische Kirchenbau wurde 1456 urkundlich erwähnt.
1660 erfolgte eine umfassende barocke Umgestaltung.
Die Kirche liegt am nördlichen Ortsende von Unterfrauenhaid.
Sie steht unter Denkmalschutz (Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, Dekanat Deutschkreutz, Diözese Eisenstadt).
Der Westturm mit spitzbogigem Portal ist mit einer Zwiebelhaube samt Laterne bekrönt.
Langhaus und Apsis werden durch abgetreppte Strebepfeiler gestützt.
Am Südportal befindet sich ein Sprenggiebel aus dem 17. Jahrhundert mit einer Figur der Unbefleckten Empfängnis (18. Jahrhundert).
Barocke Seitenkapellen flankieren das Hauptschiff.
Die gotischen Apsisfenster sind heute vermauert.
Die Kirche ist von einer Wehrmauer mit Friedhof umgeben.
Die Turmvorhalle ist mit einem spätgotischen Sternrippengewölbe ausgestattet.
Das vierjochige Langhaus besitzt ein Tonnengewölbe mit Stichkappen.
Eine Empore mit Kreuzgratgewölbe wird von zwei toskanischen Säulen getragen.
Der breite Triumphbogen zum Chor zeigt noch Reste der gotischen Profilierung.
Der Chorbereich ist mit einem Netzgewölbe auf kapitelllosen Runddiensten versehen.
An der Nordseite des Chores befindet sich die Sakristei mit einem Oratorium.
Im Chorbereich sind Wandbilder in gemalten Rahmen mit Szenen aus dem Marienleben zu sehen.
Diese wurden 1947 vom Maler J. Höfler geschaffen und sind inspiriert von Werken Albrecht Dürers.
Unweit der Kirche haben Schüler der Abschlussklasse der Landesfachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob im Juni 2008 fünf bunte Keramik-Säulen aufgestellt. Sie sollen die Kontinente symbolisieren und ,,Friede den Völkern* (so ist auf der Tafel zu lesen) einfordern.
Mitte des 15. Jahrhunderts Erweiterung und Umbau zu einer Wehrkirche mit Wehrmauer zum Schutz der Bürger im Falle eines feindlichen Angriffes.
Friedhofsmauer: Pfarrplatz 9, eine Wehrmauer rund um die Kirche und den Friedhof mit Schlüssellochscharten.
Friedhofskapelle: Pfarrplatz 9, ein einfacher rechteckiger Bau, rechts beim Friedhofseingang.
Von der Nischenkapelle neben der Volksschule (Hauptstraße 14) kennt man ebenfalls kein Errichtungsdatum. Es ist nach dem hölzernen Kruzifix aus dem 18. oder 19. Jahrhundert im Inneren benannt.
[Als ObjekeID: 85446 steht es unter Denkmalschutz.]
In der Riede Weinberg, unweit des Platzes, an dem traditionell das Waldfest stattfindet, steht seit dem Jahr 1996 ein liebevoll errichteter Marienbildstock.
Gestiftet wurde das Kleindenkmal von der Familie Larnsack.
In einer Nische befindet sich die Statue der Gottesmutter Maria, die das Jesuskind liebevoll im Arm hält.
Über der Figur ist die Inschrift zu lesen:
„Maria mit uns auf dem Weg“
Dieses gemauerte Denkmal an der Straße in Richtung Raiding ist nicht eindeutig datierbar. Die zugehörige Statue der Immaculata stammt jedoch eindeutig aus der Barockzeit.
Die Bezeichnung „Immaculata“ steht für die „Unbefleckte Empfängnis“ Mariens – ein zentrales Glaubensdogma der katholischen Kirche.
Am 8. Dezember 1854 verkündete Papst Pius IX. feierlich:
„Die Lehre, dass die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes von aller Makel der Erbsünde bewahrt blieb, ist von Gott offenbart und muss deshalb von allen Gläubigen fest und unabänderlich geglaubt werden.“
🔹 Wichtig:
Dieses Dogma bezieht sich nicht auf die jungfräuliche Geburt Jesu, sondern ausschließlich auf die sündenfreie Empfängnis Mariens durch ihre Eltern.
Die Dreifaltigkeitssäule stand ursprünglich an der Westausfahrt Richtung Neutal. In den frühen 1970er-Jahren wurde sie mit Unterstützung von Wilhelm Hipsag und Ewald Pilz an ihren heutigen Standort in der Feldgasse versetzt.
Die Säule erinnert an das Überstehen einer Pestepidemie – ein Ausdruck des Dankes und der Frömmigkeit der Dorfgemeinschaft.
Gottvater (rechts) erscheint als alter Mann,
Gottsohn (links) als junger Mann,
Der Heilige Geist (oben) wird als Taube dargestellt.
Diese drei Figuren symbolisieren die Trinität Gottes, also die Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist („Dreiheit in Einheit“).
Die klassisch griechische Säule ist mit einem floralen Kapitell verziert.
Am Sockel ist folgende Inschrift eingraviert:
„Sei gelobt und hochgepriesen!
O allerheiligste Dreifaltigkeit
Gestiftet von Mathias und Anna Grétschl
Frauenhaid, den 1. Juni 1874“
Die Inschrift lautet: "In dieser Kirche wurde Franz Liszt am 23. Oktober 1811 getauft. Die burgenländischen Jugend und ihre Lehrer. 1936."
(auch: Säule des gegeißelten Heilands)
Am Ortsausgang in Richtung Raiding steht der Figurenbildstock „Ecce Homo“, welcher den sitzenden Heiland mit Dornenkrone darstellt. Der Schaft ist kunstvoll mit Weinranken verziert.
Die Inschrift „LOVRE BARICETV(M?)ICH: 1688“ verweist vermutlich auf den Namen des Künstlers oder Stifters.
Ob diese Betsäule ursprünglich zum Gedenken an die Schlacht von Lackenbach errichtet wurde oder als Pestsäule, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären.
Im Jahr 2019 ließ Msgr. Ernst Zonschits die Säule auf eigene Kosten restaurieren.
📌 Unter Denkmalschutz des Bundesdenkmalamtes (ObjektID: 85450)
Links vor der Leichenhalle gemahnt ein riesiger Kopf aus Sandstein an die beiden Weltkriege und die damit verbundenen Schicksale.